Schlaganfall Augen Symptome: Sehstörungen & Doppelbilder

Schlaganfall Augen Symptome können sich durch Sehstörungen wie Hemianopsien oder Skotome, als auch Doppelbilder äußern.

Auch ein Schlaganfall (Apoplex), der das visuelle System betrifft, kann durch einen Hirninfarkt (ischämischer Schlaganfall) oder einer Hirnblutung (hämorrhagischer Schlaganfall) verursacht werden. 

Schlaganfall Symptome am Auge sind genauso einschränkend wie Lähmungen, Sprachstörungen oder Schluckstörungen, weil eine Unsicherheit beim Gehen, Greifen und Lesen dabei entsteht.

Unterschied zwischen Schlaganfall im Auge, in der Sehbahn oder mit Augenbewegungsstörung

Tritt ein Schlaganfall auf, kann dieser verschiedene Teile des visuellen Systems betreffen, der im folgenden zu einer schweren Sehstörung führt. Je nach dem, welcher Bereich davon betroffen ist, gibt es unterschiedliche Ausprägungen der typischen Schlaganfall-Symptome und verschiedene Beschwerden. 

Schlaganfall Augen Symptome durch Anatomie der Sehbahn erklärt.
Bild © teaching the human brain

So betrifft ein Schlaganfall im Auge (retinale Ischämie oder retinale Arterienokklusion)beispielsweise die Blutgefäße, die die Netzhaut (Retina) versorgen. Häufig wird die Unterbrechung des Blutflusses durch Blutgerinnsel (Embolien oder Thrombosen) verursacht. Äußern tut sich dies im plötzlichen, schmerzlosen Verlust des Sehvermögens (schwarzes Sehen oder „Nebel sehen“) auf einem Auge, der je nach Schweregrad teilweise oder vollständig ist. Die medizinische Behandlung ist dann mit einer starken Blutverdünnung (Lyse) schnellstmöglich erforderlich. 

Betrifft der akute Schlaganfall Teile der oder die gesamte Sehbahn (visueller Cortex und Sehstrahlung), kommt es zu verschiedenen Symptomen wie z.B. Sehverlust in bestimmten Gesichtsfeldbereichen (Hemianopsien oder Gesichtsfeldausfälle), die oft beide Augen betreffen.

Weiters können bei Betroffenen, die einen Schlaganfall erleiden, auch  Augenbewegungsstörungen (okulomotorische Störung) auftreten. Dies ist der Fall, wenn Hirnregionen oder Nerven betroffen sind, die die Bewegung der Augen steuern (z.B. Hirnstamm oder die Hirnnerven Nervus oculomotorius, Nervus trochlearis, Nervus abducens). Bemerkbar macht sich dies durch Doppeltsehen (Diplopie), Schwierigkeiten bei der Koordination der Augenbewegungen, unkontrollierbare Augenbewegungen (Nystagmus), oder ein hängendes Augenlid (Ptosis).

Zusammengefasst unterscheiden sich diese drei Arten von Schlaganfällen im visuellen System hinsichtlich der betroffenen anatomischen Strukturen und der resultierenden Symptome. Die sofortige Erkennung und Behandlung sind entscheidend, um die bestmögliche Prognose zu erreichen.

Warnzeichen kleine schwarze Flecken sehen als Anzeichen eines Schlaganfalls (TIA)

Das Sehen von bunten oder schillernden Flecken (Flimmerskotome) auf einem oder beide Augen, sind Anzeichen für verschiedene Augenerkrankungen. Treten allerdings schwarze kleine Flecken auf einem Auge auf, wird das Amaurois Fugax Attacke genannt. Dies ist eine transitorische ischämische Attacke (TIA) der Netzhaut, welche meistens aufgrund einer Verkalkung (Stenose) der inneren Halsschlagader entsteht.

Übersicht der Ursachen für schwarze Flecken Sehen beim Schlaganfall.

Unter einer TIA versteht man eine vorübergehende Unterbrechung der Blutzufuhr zum Gehirn oder zu Teilen des visuellen Systems, bei der die Symptome weniger als 24 Stunden andauern. Diese gehen einem schweren Schlaganfall häufig voraus und zählen deswegen zu den Vorboten eines Schlaganfalls. 

Eine TIA ist ein Warnsignal und erhöht das Risiko für Betroffene, einen erneuten Schlaganfall zu erleiden. Demnach sollte man der TIA höchste medizinische Aufmerksamkeit zuweisen und diese mittels Augenuntersuchungen und radiologischen, bildgebenden Verfahren wie der Computertomographie oder dem Kernspintomographen (CT / MRT) und einem Ultraschall der Halsschlagader abklären. Bei einer TIA können alle Schlaganfallsymptome wie Kribbeln oder Lähmungen entstehen.

Das Sehen von kleinen schwarzen Flecken ist also ein Warnzeichen für eine TIA, insbesondere wenn es plötzlich auftritt und von anderen neurologischen Symptomen begleitet wird. Eine sofortige medizinische Abklärung ist entscheidend, um das Risiko eines Schlaganfalls zu verringern.

Schwarzes Sehen an einem Auge: Netzhautschlaganfall

Als medizinischer Notfall wird der Netzhautschlaganfall (retinale Arterienokklusion, retinale Ischämie), bei dem der Blutfluss in den Arterien, die die Netzhaut (Retina) versorgen, blockiert wird, bezeichnet.

Kommt es durch die Unterversorgung der Netzhaut mit Sauerstoff und Nährstoffen, sterben die Neuronen des Sehnervs ab und es kommt zum plötzlichen Sehverlust. Wird hierbei nicht schnell genug medizinisch interveniert, kann es im schlimmsten Fall dazu führen, dass das Sehvermögen voraussichtlich für immer geschädigt bleibt. 

Symptome eines Netzhautschlaganfalls

Je nach dem, welches Gefäß genau betroffen ist, kommt es zum plötzlichen, schmerzlosen Sehverlust , der vollständig (ein Auge blind) oder nur teilweise auftreten kann. Das betroffene Auge kann dann nur noch Licht und Dunkelheit wahrnehmen. Eine weitere Ausprägung ist das Bemerken eines grauenoder schwarzen Schleiers beim Sehen.

Ursachen

Als Ursachen des Netzhautschlaganfalls kommen die selben in Frage, zu denen es auch beim normalen Schlaganfall kommt. So gelten kleine Blutgerinnsel die sich in die Netzhautarterien bewegen und diese blockieren (Embolien oder Thromben), die Verhärtung und Verengung der Arterien durch Ablagerungen, die das Risiko einer Blockade erhöhen (Arteriosklerose), sowie Bluthochdruck und Diabetes zu den Hauptursachen und -risikofaktoren zur Entwicklung eines Netzhautschlaganfalls. 

Die häufigste Ursache bleibt aber eine Verkalkung der inneren Hallschlagader (Arteria cerebri interna, ACI), da einer der ersten Hirnarterienäste die Arteria opthalmica ist, welche die Netzhaut mit Blut versorgt.

Diagnose

Die schnelle und präzise Diagnosestellung ist auch in diesem Fall essenziell und wird vor allem durch die folgenden klinischen Diagnosemittel gestellt.

Zunächst wird die augenärztliche Funduskopie, bei der die Netzhaut mit einem Ophthalmoskop betrachtet wird, herangezogen. Typisch für einen Netzhautschlaganfall wäre hierbei eine blasse Netzhaut und eine kirschrote Makula. 

Weiters helfen die Fluoreszenzangiographie (einbildgebendes Verfahren, bei dem ein Farbstoff in die Blutgefäße injiziert wird, um den Blutfluss in der Netzhaut zu visualisieren und Blockaden zu identifizieren) und die optische Kohärenztomographie (OCT, ein nicht-invasives bildgebendes Verfahren, das detaillierte Bilder der Netzhautschichten erstellt und Schwellungen oder andere Veränderungen aufzeigt) bei der Diagnosestellung.

Behandlung

Die Behandlung des Netzhautaschlaganfalls erfordert in erster Linie – wie auch bei der allgemeinen Behandlung von Schlaganfällen – sofortige medizinische Intervention. Schnelles Handeln mit dem Ziel der starken Blutverdünnung (Lyse) um das Gerinnsel aufzulösen.  

Zur langfristigen Prävention werden Maßnahmen wie die Behandlung zugrunde liegender Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes und Hyperlipidämie sowie verschiedene Änderungen im Lebensstil wie eine gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und das Vermeiden von Rauchen.

Prognose

Auch hier entscheidet wieder die Lokalisation über das Ausmaß der Prognose. Ist eine zentrale Arterie betroffen ist die Prognose oft schlecht, und viele Patienten erleiden dauerhaften Sehverlust im betroffenen Auge. Betrifft die Krankheit nur bestimmte Gefäßäste, kann sich die Prognose als besser gestalten, insbesondere wenn der Verschluss in einem kleineren Gefäß auftritt und nur einen Teil der Netzhaut betrifft. Einige Patienten können eine teilweise Erholung des Sehvermögens erleben.

Auch ist das rasche Auflösen der Durchblutungsstörung essenziell, da dadurch weniger Netzhautnervenzellen absterben.

Gesichtsfeldausfälle und Skotome als Symptome eines Schlaganfalls

Gesichtsfeldausfälle und Skotome (blinde Flecken im Sehfeld) sind häufige Symptome eines Schlaganfalls, wenn dieser Teile des visuellen Systems betrifft. Diese Symptome lassen sich durch die Schädigung spezifischer Bereiche des Gehirns oder der Sehbahn erklären. Die sind für die Verarbeitung visueller Informationen verantwortlich. 

Gesichtsfeldausfälle

Die Sehbahn beginnt an den Augen und führt über den Sehnerv (Nervus opticus) und die Sehnervenkreuzung (Chiasma opticum) zum visuellen Cortex im Okzipitallappen des Gehirns. Ein Schlaganfall, der einen dieser Bereiche betrifft, kann den normalen Fluss visueller Informationen unterbrechen, was zu Gesichtsfeldausfällen führt. Je nach dem, welcher Abschnitt der Sehbahn betroffen ist, kommt es zu unterschiedlicher Ausprägung der jeweiligen Pathologien. 

Ist der Sehnerv geschädigt, kann es zum vollständigen Verlust des Sehvermögens auf dem betroffenen Auge kommen. Ist die Sehnervenkreuzung betroffen, klagen die meisten Betroffenen über den Sehverlust in beiden äußeren Gesichtsfelder der Augen (bitemporale Hemianopsie).

Findet die Schädigung noch später in der Sehbahn (Tractus opticus) statt, führt dies zum Sehverlust des gleichen Gesichtsfeldbereichs in beiden Augen (homonyme Hemianopsie). Schädigungen der Sehstrahlungen äußern sich meist in quadrantenförmigen Gesichtsfeldausfällen (Quadrantenanopsie).

Entsteht durch den Schlaganfall eine Schädigung des Okzipitallappens (visueller Cortex) kann dies ebenfalls zu homonymer Hemianopsie oder zu kleineren, spezifischeren Gesichtsfeldausfällen führen.

Skotome

Skotome sind kleine oder große blinde Flecken im Gesichtsfeld, die von Patienten als dunkle oder leere Bereiche wahrgenommen werden. Diese werden durch fokale Schädigungen der Netzhaut, des Sehnervs oder der höheren visuellen Bahnen und der Gehirnrinde verursacht.

Zusammenhang mit Schlaganfall

Die Schädigung eines kleinen Bereichs der Netzhaut, beispielsweise durch einem Infarkt, führt zu einem lokalen Skotom. Auch Durchblutungsschäden am Sehnerv selbst, führen zu einem Skotom, das einem bestimmten retinalen Bereich entspricht. Kleine Infarkte oder Blutungen der Großhirnrinde (visueller Cortex) können zu isolierten Skotomen im entsprechenden Teil des Gesichtsfeldes führen.

Die Art des Gesichtsfeldausfalls oder Skotoms hängt stark von der betroffenen Hirnregion ab. Eine genaue Lokalisation der Symptome kann daher Hinweise auf den Ort des Schlaganfalls geben.

Diagnose und Behandlung

Zur Diagnostik solcher Skotome werden radiologisch bildgebende Verfahren wie der CT-Scan oder MRT herangezogen, um Ort und das Ausmaß des Schlaganfalls zu bestimmen. Eine visuelle Feldprüfung (Perimetrie) durch einen Augenarzt, kann helfen, das Ausmaß und die Art der Gesichtsfeldausfälle zu quantifizieren.

Nicht außer Acht gelassen werden darf die langfristige Rehabilitation und Therapie, einschließlich Sehhilfen und spezialisierter Trainingsprogramme, die maßgeblich dazu beitragen, das verbleibende Sehvermögen optimal zu nutzen.

Doppelbilder und Nystagmus als Sehstörungen bei Schlaganfall

Diplopie (Doppelbilder) und unwillkürliche, rhythmisch-periodisch verlaufende Bewegungen des Auges (Nystagmus) sind Sehstörungen, die bei einem Schlaganfall auftreten können. Dabei sind bestimmte Hirnregionen oder Nervenbahnen betroffen, die für die Steuerung der Augenbewegungen und die Koordination des visuellen Systems verantwortlich sind. 

Doppelbilder (Diplopie)

Die Mechanismen zur Entstehung von Doppelbildern unterscheiden sich wieder je nach Lokalisation des geschädigten Hirnbereichs.

Ist der Hirnstamm betroffen, der wichtige Kerne der Hirnnerven, die die Augenbewegungen steuern, enthält, kann dies deren Funktion beeinträchtigen und somit zu gestörten Augenbewegungen und dem Sehen von Doppelbildern  führen. 

Sind die Nervenbahnen innerhalb des Gehirns (okulomotorische Bahnen) geschädigt, kann dies in einer Augenfehlstellung resultieren. Das hat zur Folge, dass ein unterschiedliches Bild auf der Netzhaut jedes Auges abgebildet wird, was vom Gehirn als Doppelbild wahrgenommen wird.

Das Kleinhirn spielt eine Rolle bei der Feinabstimmung und Koordination der Augenbewegungen. Ein Schlaganfall in dieser Region kann deswegen ebenfalls zu Diplopie führen.

Symptomatisch äußert sich die Diplopie im sehen von horizontalen oder vertikalen Doppelbildern. Außerdem verstärken sich die Doppelbilder beim Blicken in bestimmte Richtungen und man sieht verschwommen.

Nystagmus

Auch die unwillkürliche, periodisch verlaufende Bewegung des Auges gehört zu den Symptomen mit Sehstörung.

Auch hier entstehen die Symptome -durch die gleichen ursächlichen Mechanismen wie bei den Doppelbildern. Schädigungen im Hirnstamm, das Zentrum für Gleichgewicht und Orientierung im Raum (vestibuläres System) oder das Kleinhirn. Symptomatisch äußern sich dies durch rhythmische, unkontrollierte Augenbewegungen, Schwindel, Gleichgewichtsstörungen und eine beeinträchtige Sehschärfe. 

Diagnose und Behandlung

Eine gründliche neurologische und ophthalmologische Untersuchung ist notwendig, um die Ursache der Sehstörungen zu identifizieren. Dabei helfen bildgebende Verfahren wie MRT oder CT-Scan des Gehirns, die genaue Lokalisation und das Ausmaß des Schlaganfalls zu bestimmen.

Zur langfristigen Behandlung zählen die Physio- und Ergotherapie, sowie spezifische okulomotorische Übungen, um die Augenbewegungen zu rehabilitieren. In einigen Fällen werden Prismenbrillen oder andere optische Hilfsmittel verwendet, um die Symptome der Diplopie zu lindern.

Schlaganfall im Kleinhirn

Hirnstamminfarkt

ACP Infarkt

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