Schlaganfall Symptome erkennen: Anzeichen & Erste Hilfe

Schlaganfall Symptome richtig zu erkennen und Anzeichen zu deuten ist wichtig um schnell Erste Hilfe zu leisten. Hier werden typische Schlaganfall Symptome einfach erklärt um im Notfall die richtige Maßnahmen zu setzen.

Wie entstehen Schlaganfall Symptome?

Die klassischen plötzlich auftretenden Schlaganfall-Symptome entstehen durch eine Unterbrechung der Blutversorgung des Gehirns. Dies geschieht entweder durch eine Verstopfung (ischämischer Schlaganfall) oder durch das Platzen eines Blutgefäßes (hämorrhagischer Schlaganfall). Diese Unterbrechung führt zu einer Sauerstoff- und Nährstoffunterversorgung der betroffenen Gehirnregionen, was in einer Schädigung oder zum Absterben der Nervenzellen resultiert. 

Informationen zu den Schlaganfall Arten Hirninfarkt und Hirnblutung.

Je nach dem, welche Hirnregion von der Unterversorgung betroffen ist, können unterschiedliche  Symptome auftreten. Dennoch lassen sich mehrere Symptome nennen, die jeweils spezifisch für einen Schlaganfall sind und die es zu beachten gilt, um einen Schlaganfall möglichst schnell erkennen zu können.

Hirnblutung oder Hirninfarkt?

Grundsätzlich gilt: nur eine Bildgebung (Computertomografie oder Magnetresonanz) kann sicher zwischen Hirnblutung oder Hirninfarkt entscheiden. Das ist deswegen so wichtig, weil bei einem Hirninfarkt eine starke Blutverdünnung verabreicht wird, welche bei einer Blutung fatal wäre.

Diese Symptome in Kombination sind typisch für einen blutigen Schlaganfall, jedoch nie beweisend:

  • plötzlich aufgetretene unbekannte Kopfschmerzen (insbesondere nicht auf Schmerzmittel ansprechend)
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Bewusstseinsverlust mit Schläfrigkeit oder Koma

Sehr große Hirninfarkte können auch bei Hirnschwellung zu Kopfschmerzen und einem Bewusstseinsverlust führen. Kleinhirninfarkte führen ebenfalls zu Übelkeit und Erbrechen, meistens mit Schwindel.

typische Symptome eines Schlaganfalls je nach Stromgebiet & Hirnregion

Symptome und Anzeichen eines Schlaganfalls.

Die Symptome variieren beim ischämischen Schlaganfall je nach betroffenem Blutgefäß oder beim hämorrhagischen Schlaganfall je nach betroffener Hirnregion. Grundsätzlich lassen sich 3 Hauptstromgebiete auftrennen:

  • Mittelhirnarterie (Arteria cerebri media, ACM): plötzliche Schwäche oder Lähmungserscheinungen auf der gegenüberliegenden Körperseite (Hemiparese, vor allem im Gesicht mit Mundwinkel und Arm), Sprachstörungen (Aphasie), Vernachlässigung (Neglect) und räumliche Wahrnehmungsstörungen bei Befall der nicht-dominanten Hemisphäre.
  • Vordere Hirnarterie (Arteria cerebri anterior, ACA): Schwäche oder Lähmung vor allem im Bein, Verlust der Blasenkontrolle (Inkontinenz), Veränderungen im Verhalten und in der Persönlichkeit, Antriebsstörungen und Schwierigkeiten bei der Planung und Ausführung von Bewegungen.
  • Hintere Hirnarterie (Arteria cerebri posterior, ACP): Gesichtsfelddefekte (homonyme Hemianopsie) oder Sehstörungen, Störungen im Erkennen von Gesichtern (Prosopagnosie), Gedächtnisprobleme, neuorpathische halbseitige Schmerzen (Thalamusschmerzen) mit Sensibilitätsstörungen.

Zusätzlich zu den drei Hauptstromgebieten lassen sich kleinere Gefäße ausmachen, die ebenfalls spezielle Hirnregionen versorgen und damit eine spezifische Symptomatik auslösen.

  • Vertebrobasiläre Arterie (Hirnstamm und Kleinhirn): Schwindel und Gleichgewichtsstörungen, Doppelbilder und Augenbewegungsstörungen, undeutliche Sprache (Dysarthrie) und Schluckstörungen (Dysphagie), Koordinationsstörungen (Ataxie), Bewusstseinsverlust oder Koma bei schwerwiegenden Hirnstamm-Infarkten.
  • Kleinhirnarterien: Schwindel und Gleichgewichtsstörungen mit Übelkeit und Erbrechen, Ataxie und Schwierigkeiten beim Gehen und Stehen.

Ein Vorteil durch die Kenntnis dieser Symptombilder ist, dass sich das betroffene Stromgebiet im besten Fall leichter und schneller identifizieren lässt und die notwendige medizinische Versorgung schnellstmöglich eingeleitet werden kann. Schnelles Handeln ist der entscheidende Faktor für die Minimierung potenzieller Schäden und Erhöhung der Chancen auf eine vollständige Erholung.

Hirnblutungen lösen die gleichen Symptome je nach betroffener Hirnregion aus. Die klassische hypertensive Blutung liegt in den Basalganglien mit Halbseitenlähmungen oder im Kleinhirn mit Schwindel und Koordinationsstörungen. Die cerebrale Amyloidangiopathie verursacht Lappenblutungen nahe der Hirnrinde mit zusätzlichen neuropsychologischen Symptomen wie Neglect oder Sprachstörungen.

Auf welcher Seite ist der Schlaganfall bei Halbseitenlähmung?

Tritt eine Halbseitenlähmung (Hemiparese) auf, lässt sich der Schlaganfall auf der gegenüberliegenden Seite des betroffenen Körperteils lokalisieren.

Sprich, tritt die Lähmung auf der rechten Körperseite auf, befindet sich der Schlaganfall in der linken Gehirnhälfte, und umgekehrt. Das lässt sich dadurch erklären, dass sich die Bewegungsbahnen, die vom Rückenmark und der Peripherie ins Gehirn ziehen, kreuzen.

Da ein Großteil aller Hirninfarkte im Stromgebiet der mittleren Hirnarterie auftreten, betrifft die Lähmung hauptsächlich Arm und Bein (brachiofaziale Heimparese).

Symptome die wieder vergehen: TIA der „Mini Schlaganfall“

Unter einer transitorisch Ischämischen Attacke (TIA, „Mini-Schlaganfall“) versteht man eine vorübergehende Durchblutungsstörung des Gehirns, die schlaganfallähnliche Symptome verursacht. Die Symptomatik einer TIA ist die selbe wie wenn ein „echter“ Schlaganfall vorliegt, dauert im Normalfall jedoch nur wenige Minuten bis maximal 24 Stunden an und verursachen keine dauerhaften Schäden. 

Die neuen Diagnosen setzen bei einer TIA außerdem voraus, dass im MR kein Hirninfarkt nachweisbar ist. Denn es gibt kleine Hirninfarkte, die auch vollständig rückläufige Symptome haben.

Eine transitorische ischämische Attacke wird meist durch kleine Blutgerinnsel verursacht, die vorübergehend ein Blutgefäß im Gehirn blockieren. Diese Gerinnsel lösen sich häufig von selbst auf, wodurch die Symptome verschwinden. 

Da eine TIA als Vorbote und damit als ein Risikofaktor für einen Schlaganfall gedeutet werden kann, ist es wichtig, dass Betroffene sofort medizinische Hilfe erhalten, um die Ursache zu diagnostizieren und das Risiko eines zukünftigen Schlaganfalls zu minimieren.

Die schnelle Behandlung einer TIA kann also entscheidend sein, um einen schweren Schlaganfall zu verhindern und die langfristige Gesundheit des Patienten zu schützen.

Schwindel muss nicht immer ein Schlaganfall sein

Besteht der Verdacht auf einen Schlaganfall müssen auch verschiedene Differentialdiagnosen in Betracht gezogen werden. Drei häufige, nicht von den Gehirngefäßen ausgehende Ursachen für Schwindel sind die Neuritis vestibularis, Morbus Menière und benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel (BPPV). 

Die Neuritis vestibularis ist eine Entzündung des Gleichgewichtsnervs (Nervus vestibularis), die plötzlich auftritt. Dabei kommt es zu plötzlichem, starken Schwindel, der über Stunden bis Tage anhält mit Übelkeit und Erbrechen. Hörverlust oder Tinnitus treten dabei nicht auf. Auch das Fehlen von neurologischen Defiziten (z.B. Schwäche oder Sprachprobleme) hilft dabei, die Symptomatik von denen eines Schlaganfalls zu unterscheiden. Ein Neurologe kann durch das Erkennen einer speziellen Augenbewegungsstörung (linear-rotatorischer Nystagmus) und die Fallneigung zur erkrankten Seite, eine Neuritis von einem Schlaganfall unterscheiden.

Morbus Menière ist eine Erkrankung des Innenohrs, die durch Flüssigkeitsansammlungen (Endolymphhydrops) verursacht wird. Dabei kommt es zu den charakteristischen Trias aus episodischem Schwindel, der Minuten bis maximal 24 Stunden anhält, Hörverlust und Tinnitus. Die Episoden sind wiederkehrend und nicht dauerhaft.

Unter dem benignen paroxysmale Lagerungsschwindel (BPPV) versteht man eine Störung des Innenohrs, die durch lose Ohrsteinchen (Otolithenpartikel) im hinteren Bogengang verursacht wird. Im Gegenteil zum Schlaganfall treten kurze Episoden von Schwindel auf, der durch bestimmte Kopfbewegungen (z.B. Aufstehen, Umdrehen im Bett) ausgelöst werden kann. Weder Hörverlust, Tinnitus, noch neurologische Defizite oder bleibende Störungen treten auf.

Kopfschmerzen

Beim hämorrhagischen Schlaganfall ist der Kopfschmerz besonders häufig und oft sehr stark. Meistens wird er durch den Druckanstieg im Schädel, der aufgrund der Blutung entsteht, hervorgerufen. Tritt eine Subarachnoidalblutung auf, die zur Art des hämorrhagischen Schlaganfalls zählt, ist die Symptomatik zusätzlich mit Nackensteifigkeit, Erbrechen und Übelkeit gekennzeichnet und wird als Donnerschlagkopfschmerz definiert.

Beim Hirninfarkt hingegen sind Kopfschmerzen untypisch. Die einzige Ausnahme dabei ist eine Karotisdissektion, bei der die Gefäßwand spontan oder bei einem Trauma einreißt, und somit Kopfschmerzen verursacht.

Die erstmaligen Migräne Attacke wird oft mit einem Schlaganfall verwechselt, da bei einer Aura Sprachstörungen, Gefühlsstörungen oder Sehstörungen auftreten können. Typisch für eine Migräne sind halbseitige, pochende Kopfschmerzen, mit oder ohne Aura, mit Rückzugstendenzen (Licht und laute Umgebung machen die Kopfschmerzen schlechter). Übelkeit und Erbrechen können auch bei einer Migräne Attacke auftreten.

Im Gegensatz dazu sind Spannungskopfschmerzen, beidseitig oder einseitig mit drückenden bis ziehenden Shcmerzcharakter ohne Ausfallserscheinungen. Übelkeit kann auftreten, Erbrechen, jedoch nicht. Spannungskopfschmerzen werden auf Bewegung besser.

FAST-Test

Auf die Frage „Wie erkenne ich einen Schlaganfall ?“ soll der FAST Test Antwort geben.  Symptome, die einen Schlaganfall erkenn lassen, treten wie gesagt auch beim leichten Schlaganfall sehr plötzlich auf und erfordern sofortige medizinische Aufmerksamkeit.

Schlaganfall Symptome und Anzeichen mit FAST Test erkennen.
Übersicht Fast Schema bei Schlaganfall

Ein schnelles Eingreifen kann die Schäden stark begrenzen und somit die Erholungschancen deutlich erhöhen. Der FAST-Test kann helfen, beim akuten Schlaganfall auch als Nichtmediziner zu erkennen und schnell zu handeln:

  • Face (Gesicht): Hängt eine Seite des Gesichts herunter? Kann die Person lächeln?
  • Arms (Arme): Kann die Person beide Arme (bitten, den Arm mit den Handflächen nach oben zu drehen) heben? Sinkt ein Arm ab?
  • Speech (Sprache): Ist die Sprache undeutlich oder seltsam? Kann die Person einen einfachen Satz ohne Ausfall wiederholen?
  • Time (Zeit): Wenn eines dieser Symptome auftritt, sofort den Notarzt rufen.

Schlaganfall Erkennen: nur für Profis!

Das Erkennen der ersten Anzeichen eines Schlaganfalls ist entscheidend für eine schnelle medizinische Hilfe bei einem Schlaganfall, kann die langfristigen Folgen reduzieren und die Überlebenschancen erhöhen.

Die typischen ersten Symptome, die man auch als Nichtmediziner erkennen sollte, werden über den eben erwähnten FAST-Test abgedeckt.

Dennoch sollte bei Verdacht auf einem Schlaganfall immer ein Arzt besuch erfolgen, da das Übersehen schlimmer ist als ein „falscher Alarm“ mit Arztbesuch ohne Diagnose. Denn wenn ein Schlaganfall nicht behandelt wird, sind die Folgen potenziell lebensbedrohlich oder senken drastisch die Lebensqualität.

Erste Hilfe bei Anzeichen für einen Schlaganfall

Das Erkennen der Symptome bei einem Schlaganfall ist relativ einfach, wenn man die typischen Anzeichen kennt. Deswegen ist es essenziell, schnell zu handeln und sofort medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen, da jede Minute zählt.

Bei Verdacht und Auftreten der typischen Symptome sollte sofort der Notruf (112) gewählt werden. Während man auf den Notarzt wartet sollte man versuchen, die Person zu beruhigen, sie in eine bequeme Position zu bringen, enge Bekleidung lockern und regelmäßig das Bewusstsein, die Atmung und den Puls der betroffenen Person überprüfen.

Wenn die Person bewusstlos wird, sollte man sie in die stabile Seitenlage legen. Auf Medikamenteneinnahme, Getränke oder Nahrung sollte aufgrund der möglichen Schluckstörungen verzichtet werden. Insbesondere Aspirin soll nicht dem betroffenen verabreicht werden, bis man im Krankenhaus eine Hirnblutung ausgeschlossen hat.

Ergänzend kann man die Symptome und die Uhrzeit des ersten Auftretens derer notieren, da dies die Behandlung im Krankenhaus (auf der Stroke Unit) beeinflusst. 

Das Erkennen eines Schlaganfalls anhand dieser Symptome ist relativ einfach, wenn man die typischen Anzeichen kennt. Es ist essenziell, schnell zu handeln und sofort medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen, da jede Minute zählt. 

Die schnelle und richtige erste Hilfe kann die Prognose eines Schlaganfalls erheblich verbessern. Zeit ist ein kritischer Faktor, und je schneller die betroffene Person professionelle medizinische Hilfe erhält, desto besser sind die Chancen auf eine vollständige Genesung.

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