Einseitig geschwollene Hand nach Schlaganfall: drei Ursachen

Eine einseitig geschwollene Hand ist eine häufig auftretende Langzeitfolge bei Schlaganfall und Halbseitenlähmung, egal ob bei Hirninfarkt oder Hirnblutung. Die Ursachen einer einseitig geschwollenen Hand können direkt mit dem Schlaganfall zusammenhängen oder andere Ursachen haben.

Ursachen für eine einseitig geschwollene Hand nach Schlaganfall.

Morbus Sudeck (CRPS=Complex Regional Pain Syndrome)

Morbus Sudeck tritt häufig nach einem Schlaganfall als Ursache für eine einseitig geschwollene Hand auf und hängt mit der Halbseitenlähmung und Störung der gegenüberliegenden Hirnhälfte ( ein Schlaganfall rechtseitig verursacht eine Lähmung linksseitig und umgekehrt) zusammen.

So wie das Gehirn die Muskeln des Armes aufgrund des Schlaganfalles nicht mehr ansteuern kann, kann das Gehirn auch nicht die Nerven für die Blutversorgung und Schweissekretion der Hand ansteuern. Somit kommt es zu einer Fehlsteuerung des autonomen Nervensystems der Haut des geschwollen Armes.

Typische Symptome eines Morbus Sudeck sind

  • einseitig geschwollene Hand: eher teigig ödematöse Schwellung, welche nicht wegmassiert werden kann.
  • Schmerzen & Empfindungsstörungen: durch die Fehlsprossung der Nerven, deswegen auch der englische Begriff Complex Regional Pain Syndrome.
  • Temperaturregulationsstörung und vermehrtes Schwitzen: die Hand kann dabei einseitig kalt oder warm werden sowie die eine bläuliche bis rätliche Verfärbung bekommen (livide Hautfärbung).
  • verändertes Haar und Nadelwachstum bis zu Osteoporose

Die Diagnose kann auch die oben genannten Symptome, Ausschluss anderer Ursachen sowie ein Röntgen mit beginnenden fehlenden Mineralsalzgehalt im Seitenvergleich der Hände, gestellt werden. Als Therapie hilft nur, dafür aber schnell, Cortison.

einseitig geschwollene Hand durch Lymphödem

Da durch die Halbseitenlähmung eine Muskelschwäche der Hand entsteht, kann durch die Muskelpumpe unsere Lymphe schlechter aus dem Gewebe zurück zum Herzen gepumpt werden. Außerdem ist eine falsche Positionierung des Armes im Bett oder Rollstuhl, insbesondere bei Vernachlässigung bei einem Neglect, Ursache für die geschwollene Hand einseitig.

Wenn der Arm schlaff runter hängt, sorgt die Schwerkraft dafür, dass die Lymphe sich im Arm ansammelt. Im Unterschied zum Morbus Sudeck sind diese Schwellungen nicht schmerzhaft, können aber durch einen schlechteren venösen Abfluss leicht bläuliche Haut zeigen. Eine Lymphdrainaige, Lymph-Kinesio Tapes sowie richtige Positionierung des Armes im Alltag hilft schnell gegen diese Art von Handschwellung.

Venenentzündung oder Venenthrombose

Häufige Blutabnahmen oder zu lange liegende „Leitungen“ ( venöse Zugänge für Medikamente oder Flüssigkeiten) begünstigen eine Entzündung der Venen (Thrombophlebitis). Dabei führ die Entzündung selbst zu einer Schwellung, als auch Gerinnsel in der Vene durch die Entzündung zu einen Lymphabflussstau. Ein Antibiotikum und kühlen der einseitig geschwollenen Hand ist wichtig um die Schwellung richtig zu Therapieren.

Eine Thrombose in der Vene, kann auch zu einer einseitig geschwollenen Hand führen. Auch hier entsteht ein Lymphödem, weil die Lymphe hauptsächlich über die Venen abtransportiert wird. Zentral venöse Katheter (ZVK), auch wenn sie bereits entfernt wurden, hinterlassen häufig unbemerkte Thrombose der großen Venen im Arm. Ein Ultraschall sichert die Diagnose und Zeit kombiniert mit starker Blutverdünnung bauen die Thrombose ab. Lymphdrainage und Hochlagern helfen gut bei dieser Ursache einer geschwollenen Hand.

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