Hirnblutung als hämorrhagischer Schlaganfall: Ursachen, Symptome und Risiken

Eine Hirnblutung, auch bekannt als hämorrhagischer Schlaganfall, ist eine äußerst ernsthafte und potenziell lebensbedrohliche Erkrankung des Gehirns. Es gibt viele Ursachen für eine Hirnblutung, wobei die häufigste Ursache zu hoher Blutdruck ist (hypertensive Blutung) und maßgeblich durch unseren Lebensstil beeinflusst werden kann.

Bedeutung

Unterschied Hirnblutung und Hirninfarkt bei einem Schlaganfall, inklusive wichtige Informationen und Fakten.

Eine Hirnblutung ist ein blutiger Schlaganfall, im Gegensatz zum Hirninfarkt ist keine Hirnarterie verstopft, sondern meistens blutet es aus einer Hirnarterie. Dabei ist zu unterscheiden ob es direkt ins das Hirngewebe blutet oder in einer der drei Hirnhäute. Da verschiedene Gefäße durch die Hirnhaut ziehen gibt es auch verschiedene Arten von Hirnhautblutungen (Subarachnoidalblutung, Epiduralblutung, Subduralblutung). Die Epiduralblutung sowie Subduralblutung zählen nicht zu den Schlaganfällen, weil meistens ein Sturz oder eine Verletzung Ursache für die Blutung ist (traumatische Blutung).

Symptome der Hirnblutung

Typische Symptome und Anzeichen bei einem Schlaganfall.
Die häufigsten Schlaganfall Symptome

Kopfschmerzen bei einer Hirnblutung

Plötzliche und heftige nie dagewesene Kopfschmerzen sind typisch für eine Aneurysma Blutung (Subarachnoidalblutung). Oft geht durch die Reizung der Hirnhaut durch das Blut eine Nackensteife einher (Meningismus). Andere Blutungen können sich auch als unspezifische Kopfschmerzen äußern, wichtig dabei ist, dass die Qualität anders ist als bekannte Kopfschmerzen und die Schmerzmitteleinnahme nur kurz oder gar nicht die Schmerzen lindert.

Bewusstseinssverluste durch einen hämorrhagischen Schlaganfall

Für eine Aneurysmablutung sind Bewusstseinsveränderungen von Schläfrigkeit bis Koma typisch. Bei andere Arten von Blutungen kommt es an wie groß die Blutung ist und welche Hirnstrukturen dadurch bedrängt werden, sowie ob es in das Hirnnervenwassersystem eingeblutet hat (Ventrikeleinbruch).

Neurologische Ausfälle bei einer Hirnblutung

Wie bei Hirninfarkten können verschiedene Ausfälle je nach betroffener Hirnregion entstehen. Lähmungen, Sprachstörungen, Gangstörungen sowie Gefühlstörungen sind die häufigsten Symptome.

Eine Besonderheit bei der Hirnblutung ist die Pupillendifferenz, welche nur durchgroße Blutungen, die auch das Bewusstsein einschränken, verursacht wird. Dabei kommt es durch den Druck der Blutung auf der Gegenseite zu einer Schädigung der äußeren Schichten eines Augenmuskelnervs, sodass die Pupille weiter ist. Es gibt auch angeborene Pupillendifferenzen die harmlos sind.

Ursachen für eine eine Hirnblutung

Die häufigsten Ursachen bei einer Hirnblutung (hämorrhagischer Schlaganfall).
Ursachen hämorrhagischer oder „blutiger“ Schlaganfall

Bluthochdruck als typische Hirnblutungsursache

Schlecht oder unbehandelter Bluthochdruck macht über Jahre die Gefäße gebrechlich bis sie plötzlich bei einem Blutdruckanstieg einreißen. Dabei gibt es eine typische Stelle (die sogenannten Basalganglien) die aufgrund der Verästelung der Arterien sehr anfällig sind. HIER gibt es eine sehr gute Informations-Broschüre über Bluthochdruck der deutschen Herzstiftung.

Aneurysma als Ursache für eine subarachnoidal Blutung

Ein Aneurysma ist eine Gefäßaussackung die im Laufe des Lebens entsteht sowie platzen kann. Da die Arterien im Hirnnervenwasser zwischen den Hirnhäuten schwimmen blutet es im subarachnoidal Raum ein. Selten kann eine Wühlblutung entstehen die auch in das Hirngewebe selber vordringt.

Cerebrale Amyloidangiopathie bei Hirnblutungen alter Menschen

Eine Cerebrale Amyloidangiopathie ist eine angeborene Gefäßerkrankung, die im Alter die Gefäße besonders gebrechlich macht. Dabei macht diese Gefäßerkrankung im Laufe der Jahre langsame Sickerblutungen, wodurch der Betroffene früher dement werden. Außerdem ist der Patient besonders Anfällig für Blutungen an untypischen Stellen, insbesondere unter starker Blutverdünnung (Antikoagulation).

Sinusvenenthrombose als seltene Hirnblutungsursache

Die Blutung bei einer Sinusvenenthrombose ist ein Sonderfall und selten. Aufgrund der Verstopften Vene entsteht ein Überdruck im Hirnvenensystem und im Verlauf kann es zu einer Stauungsblutung kommen. Meistens sind die Kopfschmerzen am Anfang so stark, dass es durch die medizinische Therapie nicht zu einer Stauungsblutung kommt. Sinusvenenthrombosen kamen gehäuft nach einer Astra Zeneca Impfung auf (lesen Sie HIER mehr).

Gefäßmissbildungen als angeborene hämorrhagische Schlaganfall Ursache

Es gibt verschiedene Kurzschlüsse zwischen Arterien und Venen, die durch ihre Gebrechlichkeit blutige Schlaganfälle verursachen können.

Die durale arteriovenöse Fististel ist ein Kurzschluss zwischen Vene und Arterie in der Hirnhaut. Oft gehen Kopfschmerzen sowie Ohrgeräusche oder ein geschwollenes Lid als Warnzeichen vor der Blutung voraus.

Arteriovenösemalformationen sind Kurzschlüsse zwischen Arterie und Vene direkt im Hirngewebe und werden meistens erst durch die Hirnblutung selber oder als Zufallsbefund entdeckt.

Kavernome sind angeborene Blutschwämmchen im Hirngewebe die entweder durch einen epileptischen Anfall oder durch eine Blutung entdeckt werden können. Oft trägt man diese Kavernome ein Leben lang mit sich ohne dass sie Probleme machen. Lesen Sie HIER mehr über Häufigkeit, Therapie, OP und Epilepsie bei Kavernomen.

Traumatische Hirnblutungen (nach Kopfverletzung)

Übersicht der traumatischen (epidural und subdural Hämatom) und nicht traumatischen Hirnblutungen (subarachnoidal Blutung bei Aneurysma und hypertensive Hirngewebeblutung) als Formen des blutigen (hämorrhagischen) Schlaganfall.
Übersicht der traumatischen und nicht traumatischen Hirnblutungen

Durch einen schweren Unfall kann durch Objekte oder beim Kopfaufschlagen eine Blutung im Hirngewebe selber entstehen. Entweder entsteht die Blutung direkt an der Stelle der Gewalteinwirkung (Kontusionszone oder Kontusionsblutung) oder an der Gegenüberliegenden Stelle im Gehirn durch den Aufprall des im Hirnnervenwasser schwimmenden Gehirns an den Schädelknochen (Contre Coup oder Gegenschlag). Traumatische Blutungen zählen als Schlaganfall.

Epiduralhämatom

Epiduralblutungen sind Einblutungen in die oberste Schicht der Hirnhaut. Dabei Platzen Arterien, welche die Hirnhaut selber mit Blut versorgen bei einem Unfall auf. Bei kleinen Blutungen kann auf eine Auflösung wie bei einem blauen Fleck (Resorption) gewartet werden oder bei große Blutungen mit neurologischen Ausfällen eine Operation durchführen.

Subduralhämatom

Subduralblutungen sind Einblutung in die mittlere Hirnhautschicht verursacht durch das Einreißen von Venen. Dies kann insbesondere bei alten Menschen spontan unter Blutverdünnung entstehen und sich langsam entwickeln oder durch Unfälle rasch passieren. Diese Art der Einblutung kann sich oft erst einige Tage nach dem Sturz bemerkbar machen und durch Symptome auftreten. Je nach Größe, Verlauf und neurologische Defizite kann man abwarten oder operieren.

Blutverdünnung inkl. Lysetherapie als Hirnblutungsursache

Jede Blutverdünnung hat die Möglichkeit einer Hirnblutung durch die oben genannten Ursachen zu begünstigen oder zu verstärken.

Natürlich gibt es auch spontane Blutungen unter Blutverdünnung. Thrombozytenaggregationshemmer (Thrombo Ass oder Clopidogrel) haben ein geringeres Risiko als direkte Antikoagulanzien (Xarelto, Pradaxa, Eliquis oder Lixiana). Das höchste Risiko einer Einblutung haben ältere Antikoagulanzien wie Sintrom oder Marcoumar (Vitamin K Antagonisten).

Die Lysetherapie wird im akuten Schlaganfall benützt um Blutgerinnsel, welche die Hirnarterie verstopfen, aufzulösen. Dabei kann es als starke Blutverdünnung zu einer Einblutung kommen, insbesondere wenn das Hirngewebe durch den Sauerstoffmangel schon geschädigt ist. Deswegen gibt es Therapiekriterien wie den Behandlungszeitraum (4,5 Stunden) und bildgebende Aspekte um das Hirnblutungsrisiko durch eine Lysetherapie abzuwägen.

Lesen sie HIER mehr über Blutverdünnung bei Schlaganfall.

Eingeblutete Raumforderungen

Selten können Metastasen von Lungen, Brust oder Hauttumoren (Melanom) im Verlauf einbluten und somit erst durch die Hirnblutung und ihrer Symptomatik festgestellt werden.

Diagnose des hämorrhagischen Schlaganfalls

CT und MR bei Hirnblutungen

Eine Computertomographie ist eine schnelle und sehr effiziente Art eine Blutung festzustellen. Nur sehr kleine oder ältere Subarachnoidalblutungen sind in der Magnetresonanz besser darzustellen. Zusätlzich kann mit Kontrastmittel eine Angiografie gemacht werden, in der man nach zu Grunde liegenden Gefäßvariationen als Ursache des blutigen Schlaganfalls suchen kann (z.B. ein Aneurysma oder arteriovenöse Gefäßmalformation).

Die Magnetresonanz ist dafür da ältere und kleine Subarachnoidalblutungen darzustellen. Weiteres können kleine Gefäßmalformationen inklusive Kavernome dargestellt werden. Da sie länger dauert und man ruhig liegen muss, ist sie für den Notfall, insbesondere bei einem instabilen Patienten, nicht Methode der ersten Wahl für die Erstdiagnostik.

Angiografie zur Feststellung einer Hirnblutungsursache

Bei einer Katheterangiografie wird wie bei einem Herzkatheter über einer Arterie in der Leiste die Gefäße mittels Kontrastmittel dargestellt. Sie ist die aufwendigste, aber genaueste Methode um Aneurysmen oder Gefäßvariaitonen darzustellen. Ein weiterer Vorteil ist, dass direkt beim Eingriff auch die Versorgung erfolgen kann. Aneurysmen werden durch Drahtkugeln (Coils) verschlossen, Gerinnsel können geborgen oder Gefäßmalformationen verödet werden.

Therapie eines hämorrhagischen Schlaganfalls

Mögliche konservative und operative Therapien einer Hirnblutung (hämorrhagischer Schlaganfall) je nach Ursache.
Medikamentöse Therapie und Operationen bei Hirnblutungen

Akut-Therapie

Bei einer Katheterangiografie wird wie bei einem Herzkatheter über einer Arterie in der Leiste die Gefäße mittels Kontrastmittel dargestellt. Sie ist die aufwendigste, aber genaueste Methode um Aneurysmen oder Gefäßvariaitonen darzustellen. Ein weiterer Vorteil ist, dass direkt beim Eingriff auch die Versorgung erfolgen kann. Aneurysmen werden durch Drahtkugeln (Coils) verschlossen, Gerinnsel können geborgen oder Gefäßmalformationen verödet werden.

Rehabilitation nach einer Hirnblutung

Die Rehabilitation kann meistens 24h Stunden nach Eintritt oder bei Stabilisierung stattfinden. Dabei beginnt man schonend passiv und geh tim Verlauf in aktive Übungen über. Physiotherapeuten kümmern sich um die Mobilisation und Bewegungen, Ergotherapeuten um die Funktionen für den Alltag und Logopäden betreuen Sprach sowie Schluckstörungen.

Folgen

Viele Menschen haben bleibende neurologische Ausfälle und müssen ihr ganzes Leben mit körperlichen und geistigen Einschränkungen meistern. HIER erfährst du mehr zum Leben nach einem Schlaganfall.

Typische und häufige Langzeit Folgen  nach einer Hirnblutung (hämorrhagischer Schlaganfall).
Typische bleibende Defizite nach einem Schlaganfall

Lähmungen nach einer Hirnblutung

Je nach Lage der Hirnblutung kann eine Halbseitenlähmung oder Arm und Gesichtslähmungen entstehen. Generell sagt man, dass sich Lähmungen durch Hirnblutungen besser erholen als nach einem Hirninfarkt.

Sprach und Sprechstörungen bei einer Hirnblutung

Je nach Lage und Größe der Hirnblutung kann eine flüssige oder nicht flüssige Sprachstörung entstehen. Weiters kann auch das Sprachverständnis betroffen sein. Sprechstörungen (Dysarthrie) zeichnen sich durch eine verwaschene Sprache aus.

Bewusstseins und Wesensveränderungen nach einem hämorrhagischen Schlaganfall

Beim plötzlichen Auftreten einer Hirnblutung entstehen Bewusstseinsstörungen von Schläfrigkeit bis Koma. Im schlimmsten Fall kann bei großen neurologischen Schäden der Patient im Wachkoma und weiteren Varianten verweilen.

Insbesondere bei Blutungen die den vorderen Hirnlappen (Frontallappen) betreffen können Persönlichkeitsveränderungen und Antriebsstörungen auftreten. Während in der linken Hirnhälfte Sprachstörungen dominieren, können bei rechtshirnigen Schlaganfällen Wesensveränderungen auftreten. Weiters sind neuropsychologische Phänomene wie Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen sowie Planung und Anpassungsfähigkeit gestört. Visuell –räumliche sowie damit einhergehend Orientierungsstörungen treten ebenfalls auf.

Epileptische Anfälle nach einer Hirnblutung

Entweder entsteht direkt durch die Reizung beim Auftreten der Blutung ein epileptischer Anfall oder im Verlauf durch elektrisches Entladen der hinterbliebenen Narbe. Bei einem epileptischen Anfall innerhalb von 24 Stunden von Auftreten der Blutung spricht man von einem Immediat-Anfall und ein Versuch zum Absetzen der antiepileptischen Therapie kann erfolgen.

Autofahren nach einer Hirnblutung

Nach einer Hirnblutung wird die Erkrankung nicht automatisch den Behörden oder der Versicherung weitergeleitet. Trotzdem hat laut Gesetz jeder die Pflicht für eine sichere Teilnahme am Straßenverkehr zu sorgen.

Wenn Sie Ihre Fahreignung nach einer Hirnblutung überprüfen lassen und einen amtlichen schriftlichen Nachweis über Ihre Eignung erhalten, sind Sie bei Unfällen oder Kontrollen im Straßenverkehr immer auf der sicheren Seite.

HIER können Sie mehr über die Gesetzlage und Behördenwege zur Fahrerlaubnis nach einem Schlaganfall lesen.

Risikofaktoren für eine Hirnblutung

Die häufigsten Risikofaktoren und Ursachen für eine Hirnblutung (hämorrhagischer Schlaganfall).
Häufigste Risikofaktoren bei einem hämorrhagischen oder „blutigen“ Schlaganfall

Risikofaktoren für eine Hirnblutung sind vielfältig und können das Auftreten dieser ernsten Erkrankung begünstigen. Zu den häufigsten Risikofaktoren gehören unbehandelter hoher Blutdruck (Hypertonie), der die Blutgefäße im Gehirn schwächen kann. Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum können ebenfalls das Risiko erhöhen, da sie die Blutgefäße schädigen.

Personen, die blutverdünnende Medikamente einnehmen, haben ein höheres Risiko, da diese die Gerinnungsfähigkeit des Blutes beeinflussen. Zusätzlich sind bestimmte medizinische Bedingungen wie Aneurysmen, Gefäßmalformationen oder Blutgerinnungsstörungen Faktoren, die das Risiko einer Hirnblutung erhöhen können. Es ist wichtig, diese Risikofaktoren zu kennen und durch gesunde Lebensführung und regelmäßige medizinische Kontrollen zu minimieren, um das Risiko einer Hirnblutung zu reduzieren.

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